Die schwarze Szene: Festivals und Musik in Deutschland
Vom Daemon Grey Redaktionsteam
Kurz gesagt: Die schwarze Szene trifft sich in Deutschland auf drei großen Festivals: dem Wave-Gotik-Treffen in Leipzig (rund 20.000 Besucher, Pfingsten), dem M'era Luna in Hildesheim (rund 25.000, August) und dem Amphi in Köln (über 12.500, Sommer). Musikalisch reicht sie von Gothic Rock und Dark Wave bis EBM und Industrial Metal.
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Was die schwarze Szene ist
„Schwarze Szene“ ist der deutsche Sammelbegriff für das, was anderswo einfach unter Goth läuft: eine Subkultur, die sich über Musik, Kleidung, Ästhetik und vor allem über gemeinsame Termine definiert. Sie ist kein Genre. Unter dem Begriff versammeln sich Gothic Rock, Dark Wave, EBM, Industrial, Neofolk, Mittelalter-Rock, Synthpop und die härteren Spielarten bis zum Industrial Metal, und auf denselben Festivalgeländen stehen Fans, deren Plattensammlungen kaum Überschneidungen haben.
Das Bemerkenswerte an der deutschen Szene ist ihre Beständigkeit. Das älteste der drei großen Treffen läuft seit 1992, das jüngste seit 2006, und alle drei finden bis heute am selben Ort zum selben Termin statt. Das ist im Festivalgeschäft die Ausnahme, nicht die Regel.
Die drei großen Festivals
Wer zum ersten Mal fahren will, entscheidet weniger über die Bands als über die Form der Veranstaltung.
| Festival | Ort | Seit | Termin | Besucher | Charakter |
|---|---|---|---|---|---|
| Wave-Gotik-Treffen | Leipzig, stadtweit | 1992 | Pfingsten | ca. 20.000 | Stadtfestival an rund 40 Spielstätten, vier Tage, mit Lesungen und Klassik |
| M'era Luna | Flugplatz Hildesheim | 2000 | 2. August-Wochenende | ca. 25.000 | Klassisches Campingfestival, zwei Tage, zwei Bühnen |
| Amphi | Tanzbrunnen Köln | 2006 in Köln | Sommer | über 12.500 | Kompakt, direkt am Rhein, elektroniklastig |
Das Wave-Gotik-Treffen ist das größte und das ungewöhnlichste: Es hat kein Gelände, sondern nimmt die Stadt Leipzig ein, von Clubs über Kirchen bis zur Oper. Das M'era Luna ist das Gegenteil, ein klassisches Campingwochenende auf einem Flugplatz, bei dem das Zeltlager für viele der eigentliche Kern ist. Das Amphi in Köln ist das kompakteste der drei und legt den Schwerpunkt auf die elektronische Seite der Szene.
Unsere deutschsprachigen Guides
Festival-Guides auf Deutsch
- Wave-Gotik-Treffen Leipzig: die Geschichte seit 1992, das viktorianische Picknick, und warum ausgerechnet Leipzig zum Zentrum wurde. Mit Forschung, die sonst kein Festival-Guide zitiert.
- M'era Luna Festival: vom Zillo-Festival zum größten Campingtreffen der Szene, und wie sich Hildesheim von Leipzig und Köln unterscheidet.
Weitere deutschsprachige Guides kommen dazu. Ausführliche Genre-Guides gibt es bereits auf Englisch, sie sind unten verlinkt.
Die Musikrichtungen im Überblick
Wer sich in die Musik einlesen will, findet auf dieser Seite ausführliche englischsprachige Guides zu den einzelnen Zweigen. Kurz eingeordnet:
- Goth: die Mutterlinie, aus dem Post-Punk der frühen 1980er entstanden. Gothic Rock, Deathrock, Darkwave.
- EBM: Electronic Body Music, die Tanzmusik der Szene, mit belgischen und deutschen Wurzeln.
- Industrial Metal: der Punkt, an dem Maschinenrhythmen auf Metal-Gitarren treffen.
- Gothic Metal: die schwerere, oft symphonische Seite, häufig mit weiblichem Gesang.
- Bands wie Rammstein: die deutsche Nachbarschaft, von Neuer Deutscher Härte bis zu den internationalen Verwandten.
Wer hinter dieser Seite steht
Transparenz, weil sie hierher gehört: Diese Seiten gehören zum Team von Daemon Grey, einem Solo-Künstler aus Brantford in Kanada, veröffentlicht bei Out Of Line Music in Berlin, dem Label von Till Lindemann und Lord Of The Lost. Seine Musik ist Industrial Goth Metal, seine meistgehörten Städte sind Bonn, Berlin und Frankfurt. Deshalb entstehen diese Guides auf Deutsch: Ein großer Teil seiner Hörer lebt genau in dieser Szene.
Die Guides sind trotzdem als Guides geschrieben und nicht als Werbung. Wer wissen will, wie die Musik klingt, entscheidet das am besten selbst:
Auch auf Bandcamp, Apple Music und YouTube. Mehr über den Künstler auf der About-Seite (englisch).
Häufige Fragen
Was ist die schwarze Szene?
Der deutsche Sammelbegriff für die Gothic-Subkultur: eine Kultur aus Musik, Kleidung und Ästhetik, die von Gothic Rock und Dark Wave über EBM und Industrial bis Mittelalter-Rock und Industrial Metal reicht. Kein einzelnes Genre, sondern eine Familie von Stilen.
Welche Metal- und Gothic-Festivals gibt es in Deutschland?
Die drei größten der schwarzen Szene sind das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig zu Pfingsten, das M'era Luna in Hildesheim am zweiten August-Wochenende und das Amphi Festival am Kölner Tanzbrunnen im Sommer.
Welches ist das größte Gothic-Festival?
Nach Besucherzahlen liegt das M'era Luna mit rund 25.000 vorn, das Wave-Gotik-Treffen folgt mit rund 20.000. Das WGT ist allerdings das älteste, läuft über vier statt zwei Tage und verteilt sich auf rund 40 Spielstätten in der ganzen Stadt.
Welches Festival eignet sich für den Einstieg?
Das M'era Luna, wenn ein klassisches Campingfestival mit überschaubarem Programm gewünscht ist. Das Wave-Gotik-Treffen, wenn die Szene als Ganzes interessiert: Konzerte, Lesungen, Mittelaltermarkt und Klassik in einer ganzen Stadt.
Quellen
- Johanna Paulsson, Feldstudie zum Amphi Festival, Dancecult: Journal of Electronic Dance Music Culture 3, Nr. 1 (2011), Open Access.
- Isabella van Elferen, „East German Goth and the Spectres of Marx“, Popular Music 30, Nr. 1 (2011), Cambridge University Press.
- „Wave-Gotik-Treffen“, Goethe-Institut.
- wave-gotik-treffen.de, offizielle Festivalseite.
- mera-luna.de, offizielle Festivalseite.
- amphi-festival.de, „Über das Amphi“.
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